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Filigrandecke oder Ortbetondecke? Vergleich für Planer und Bauherren

Filigrandecke und Ortbetondecke sind beides Stahlbetonkonstruktionen, unterscheiden sich aber in der Ausführung. Die Filigrandecke ist eine Verbunddecke — die vorgefertigte Stahlbetonplatte ist Teil der Konstruktion und dient zugleich als verlorene Schalung. Ihre endgültige Tragfähigkeit erreicht die Decke erst, wenn auf der Baustelle die Zulagebewehrung eingebaut und der Aufbeton eingebracht ist.

Die Ortbetondecke entsteht vollständig auf der Baustelle — sie erfordert eine vollflächige Schalung samt Unterstützung, das Verlegen der Bewehrung, das Betonieren und anschließend das Ausschalen, sobald der Beton die geforderte Festigkeit erreicht hat.

Was bringt Ihnen die Filigrandecke?

Keine vollflächige Schalung. Die vorgefertigte Filigranplatte übernimmt die Funktion der verlorenen Schalung. Auf der Baustelle werden die Montagestützen nach Plan gestellt, die erforderliche Zulagebewehrung verlegt und die Decke betoniert. Damit entfällt einer der arbeitsintensivsten Schritte der klassischen Ortbetondecke.

Weniger Bewehrungsarbeit auf der Baustelle. Die Platten werden mit der im Fertigteil vorgesehenen Bewehrung und mit Gitterträgern geliefert. Die übrige Bewehrung wird auf der Baustelle nach Tragwerksplanung eingebaut.

Glatte Deckenuntersicht. Die Unterseite der Platte entsteht auf einem stählernen Produktionstisch und ist dadurch eben und glatt. Je nach gefordertem Ausbaustandard kann das den Umfang späterer Putz- und Spachtelarbeiten deutlich verringern.

Öffnungen bereits im Fertigteil. Installationsdurchführungen, Schächte oder die Öffnung für das Treppenhaus lassen sich schon bei Planung und Produktion der Platten berücksichtigen. Das reduziert späteres Bohren und Stemmen im fertigen Bauteil sowie das Risiko von Kollisionen mit der Bewehrung.

Kürzerer Taktzyklus je Geschoss. Die Platten werden mit dem Kran direkt auf Konstruktion und Montagestützen versetzt. Nach dem Verlegen bleiben nur noch die Zulagebewehrung und das Betonieren. Gegenüber der Ortbetondecke verringert das den Umfang der Zimmererarbeiten und die Menge an Behelfskonstruktionen erheblich.

Filigran oder Ortbeton — die wichtigsten Unterschiede

MerkmalFiligrandeckeOrtbetondecke
Schalungdie Platte ist verlorene Schalungvollflächige Schalung erforderlich
Montagestützenja, nach Planja
Bewehrungteils im Fertigteil + Zulagebewehrungauf der Baustelle eingebaut
Ausführungstempohocharbeitsintensivere Ausführung
Kranerforderlichfür die Decke selbst nicht zwingend
Deckenuntersichtglatt, auf dem Stahltisch geformtabhängig von der verwendeten Schalung
Installationsöffnungenkönnen im Fertigteil ausgespart werdenauf der Baustelle hergestellt
Änderungen während der Ausführungnach Produktionsbeginn eingeschränktgrößere Flexibilität vor dem Betonieren

Wann schrumpft der Vorteil der Filigrandecke?

Filigran verlangt eine passende Logistik. Zur Baustelle muss die Zufahrt für den Fertigteiltransport gesichert sein, ebenso die Möglichkeit, mit dem Kran zu arbeiten. Auf engen Grundstücken, in Innenstädten oder bei eingeschränkter Zufahrt kann die Ortbetondecke organisatorisch einfacher sein.

Auch die Gebäudegeometrie spielt eine Rolle. Bei sehr unregelmäßigen Grundrissen steigt die Zahl der Sonderteile, was den wirtschaftlichen Vorteil der Vorfertigung schmälern kann.

Die Filigrandecke erfordert zudem, Tragwerk, Architektur und Haustechnik früher aufeinander abzustimmen. Eine Änderung der Wandstellung, großer Öffnungen oder von Installationsdurchführungen nach Produktionsbeginn ist deutlich schwieriger als bei einer vollständig auf der Baustelle hergestellten Konstruktion.

Und der Preis?

Beim Vergleich von Filigran und Ortbeton lohnt der Blick auf den Quadratmeterpreis von Beton oder Fertigteil allein nicht.

Zu den tatsächlichen Deckenkosten gehören auch Schalung, Stahl, Stützen, Lohn, Transport, Kraneinsatz, Bauzeit und der Umfang der späteren Ausbauarbeiten.

Deshalb bedeutet die materialseitig günstigere Lösung nicht immer geringere Kosten für die gesamte Decke. Bei größeren Flächen und sich wiederholenden Geschossen können der geringere Lohnanteil und die kürzere Bauzeit gewichtige Argumente für Filigran sein.

Kennwerte, die Sie kennen sollten

Die Filigranplatten von Formee sind bis 2,50 m breit und bis 12 m lang. Sie erlauben Decken mit einer Gesamtdicke von 14–40 cm.

Eine Fertigteilplatte von 5 cm Dicke wiegt etwa 125 kg/m²; je nach Projekt kommt Beton bis zur Klasse C35/45 zum Einsatz.

Deckenstärke, Betonklasse, Bewehrung, Auflagerlänge und der Abstand der Montagestützen werden auf das jeweilige Tragwerksprojekt abgestimmt.

Was wählen — Filigran oder Ortbeton?

Filigran spielt seine Stärken dort aus, wo Montagegeschwindigkeit, weniger Arbeit auf der Baustelle und die gleichbleibende Qualität der Vorfertigung zählen. Ortbeton bietet dagegen mehr Freiheit bei sehr ungewöhnlicher Geometrie und dort, wo die Zufahrt für Schwertransport und Kran schwierig ist.

Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein am Quadratmeterpreis hängen. Am besten vergleicht man beide Lösungen für das konkrete Projekt — mit Blick auf Tragwerk, Logistik, Lohnkosten und Bauzeit.

Alle technischen Daten finden Sie auf der Seite zu den Filigrandecken von Formee.

Wenn Sie Lösungen für ein konkretes Gebäude vergleichen, senden Sie uns die Grundrisse über das Angebotsformular — wir stimmen Plattenteilung, Deckenstärke und Lösung auf das Projekt ab.

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Häufig gestellte Fragen

Benötigt die Filigrandecke Montagestützen?

Ja. Die Anordnung der Stützen ergibt sich immer aus der Statik und Montageanleitung.

Können Montagelöcher in der Filigrandecke vorbereitet werden?

Ja. Öffnungen, Durchdringungen und Schächte müssen bei der Deckenplanung abgestimmt werden.

Ist Filigran immer günstiger als Monolith?

NEIN. Der Vergleich sollte den gesamten Umfang berücksichtigen: Schalung, Bewehrung, Arbeitsaufwand, Transport, Kran und Umsetzungszeit.

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