
Nachhaltigkeit berechnet, nicht behauptet
Zwei Umweltproduktdeklarationen (EPD)
Wir verfügen über zwei Umweltdeklarationen des Typs III, ausgestellt vom Instytut Techniki Budowlanej (ITB, dem polnischen Institut für Bautechnik) — einem Programmbetreiber der europäischen Plattform eco-platform. Beide wurden nach EN 15804+A2 erstellt und unabhängig nach ISO 14025 verifiziert.
Die Deklaration ITB-EPD 561 umfasst Fertigteile aus Normalbeton der Klassen C20/25, C30/37, C35/45 und C45/55. Die Deklaration ITB-EPD 562 betrifft Produkte aus Blähtonbeton in den Klassen LC12/13 D1,4 bis LC20/22 D2,0.
Die Analyse umfasst die Module A1–A3 (Produkt), A4 (Transport zur Baustelle), C1–C4 (End-of-Life) sowie Modul D, also die Gutschriften außerhalb der Systemgrenze durch Recycling. Die deklarierte Nutzungsdauer beträgt 50 Jahre.
Worauf die Deklarationen beruhen
Beide Deklarationen wurden nach denselben Regeln erstellt, ihre Ergebnisse lassen sich daher direkt vergleichen.
ITB-EPD 561 · ITB-EPD 562 · EN 15804+A2 · ISO 14025 · eco-platform
- Programmbetreiber
- Instytut Techniki Budowlanej (ITB)
- Norm
- EN 15804+A2, Verifizierung nach ISO 14025
- Produktkategorieregeln
- ITB-PCR A
- Deklarierte Einheit
- 1 Tonne Produkt
- Untersuchungsrahmen
- A1–A3, A4, C1–C4 sowie Modul D
- Nutzungsdauer
- 50 Jahre
- Repräsentativität der Daten
- Polen, 2023
- Gültigkeit der Deklaration
- Bis 1. Dezember 2028
- Der Vergleich von Daten aus verschiedenen Deklarationen ist nur aussagekräftig, wenn alle nach derselben Norm EN 15804+A2 erstellt wurden.
- Für die Berechnungen wurde der Emissionsfaktor des polnischen Strommixes von 0,702 kg CO₂/kWh angesetzt (Ecoinvent 3.9.1, ergänzt um Daten des polnischen Emissionszentrums KOBiZE).
Deklarationen im ITB-Register
Beide Deklarationen sind im öffentlichen Register des Instituts für Bautechnik (ITB) veröffentlicht. Der LCA-Prüfer kann sie direkt dort abrufen, ohne beim Hersteller nachzufragen.
Die Umweltdeklarationen sind ein Teil der Konformitätsunterlagen — Normen, Zertifikate der Produktionskontrolle und Leistungserklärungen stehen zusammengefasst unter Konformität und Zertifikate.
- NummerITB-EPD 561/2023
Prefabricated concrete products — Fertigteile aus Normalbeton
- Geltungsbereich
- C20/25, C30/37, C35/45, C45/55
- Ausgestellt
- 1.12.2023
- Gültig bis
- 1.12.2028
- NummerITB-EPD 562/2023
Prefabricated products of expanded clay concrete — Fertigteile aus Blähtonbeton
- Geltungsbereich
- LC12/13 D1,4 – LC20/22 D2,0
- Ausgestellt
- 1.12.2023
- Gültig bis
- 1.12.2028
Wie viel CO₂ pro Tonne Produkt entsteht
Werte des Treibhauspotenzials (GWP) in kg CO₂-Äq. je 1 Tonne Produkt, aufgeschlüsselt nach Lebenszyklusmodulen. Modul D ist negativ, weil es die Gutschriften aus dem Recycling von Beton und Stahl außerhalb der Systemgrenze beschreibt.
| Lebenszyklusmodul | Normalbeton | Blähtonbeton |
|---|---|---|
| A1 — Rohstoffe | 171 | 230 |
| A2 — Rohstofftransport | 25,0 | 22,1 |
| A3 — Produktion | 42,5 | 42,3 |
| A1–A3 — Produkt gesamt | 239 | 295 |
| A4 — Transport zur Baustelle | 83,4 | 83,4 |
| C1–C4 — End-of-Life | 38,0 | 38,0 |
| D — Gutschriften aus Recycling | −30,9 | −30,9 |
Pro Tonne oder pro Kubikmeter?
Pro Tonne schneidet Blähtonbeton schlechter ab: 295 gegenüber 239 kg CO₂-Äq., denn die Herstellung des Blähtonzuschlags ist energieintensiv. Dieser Vergleich führt jedoch in die Irre, weil beide Materialien eine unterschiedliche Rohdichte haben.
Die Deklarationen nennen eine mittlere Rohdichte von 2330 kg/m³ für Normalbeton und 1870 kg/m³ für Blähtonbeton. Umgerechnet auf den Kubikmeter ergeben sich rund 557 kg CO₂-Äq. für Normalbeton und rund 552 kg für Blähtonbeton — also praktisch derselbe Wert.
Der echte Unterschied zeigt sich erst auf der Ebene des Bauteils. Blähtonbeton leitet Wärme mehr als doppelt so schlecht, dieselbe Dämmwirkung erfordert also eine dünnere Dämmschicht — und das leichtere Element bedeutet weniger Transporte und geringere Lasten auf den Fundamenten.
Die Werte je Kubikmeter sind eine Umrechnung aus der deklarierten Einheit (1 Tonne) über die deklarierte mittlere Rohdichte. Die Deklarationen selbst nennen ausschließlich Werte je Tonne.
Was die EPD im Projekt leistet
Eine Umweltdeklaration ist kein Marketingdokument, sondern Eingangsdaten für eine Rechnung, die immer öfter der Zertifizierer, die Bank oder der Taxonomie-Prüfer führt. Ohne sie setzt der Planer generische Datenbankwerte an — meist höher als die für ein konkretes Werk gemessenen — und der Investor verliert Punkte, die er nicht verlieren müsste.
Ein Beispiel an einem Bauteil: Eine 10 cm dicke Wand aus Blähtonbeton LC12/13 wiegt 140 kg/m², ihr Fußabdruck in den Modulen A1–A3 liegt also bei rund 41 kg CO₂-Äq. je Quadratmeter. Eine 20 cm dicke Wand aus Normalbeton wiegt rund 466 kg/m² und ergibt rund 111 kg CO₂-Äq. Das ist eine Umrechnung aus dem Tonnenwert, keine eigene Messung — reicht aber, um Konstruktionsvarianten in der Konzeptphase zu vergleichen, bevor jemand das ganze Gebäude bilanziert.
Für die vollständige Gebäudebilanz werden auch die übrigen Indikatoren der Deklaration benötigt — Primärenergiebedarf, Versauerung, Eutrophierung — und alle stehen in den Dokumenten zum Download weiter unten. Auf Wunsch erstellen wir eine Elementliste des Projekts mit zugeordneter Masse und GWP-Ergebnis, fertig zum Einfügen in das LCA-Werkzeug.
Wo die Deklaration zur Zahl im Dokument wird
Vier Stellen, an denen der Auditor nach der EPD des Produkts fragt und nicht nach Herstellerangaben.
BREEAM
Die Kategorie Materials bewertet die Lebenszyklusanalyse des Gebäudes und den Anteil von Produkten mit nach EN 15804 verifizierten Typ-III-Deklarationen. Unsere Deklarationen stammen aus dem ITB-Programm, das der eco-platform angehört, der Assessor übernimmt sie daher ohne zusätzliche Prüfung.
LEED
Im Credit Building Product Disclosure and Optimization zählen Produkte mit EPD. Eine produktspezifische Deklaration nach ISO 14025 und EN 15804 wird als ganzes Produkt gewertet, eine Branchendeklaration nur zur Hälfte.
DGNB
Das Kriterium ENV1.1 verlangt eine Ökobilanz des gesamten Gebäudes. Herstellerdaten ersetzen darin die generischen Werte aus der Ökobaudat, was das Ergebnis meist verbessert, weil generische Werte mit Sicherheitszuschlag gerechnet sind.
EU-Taxonomie und EPBD
Für Neubauten über 5000 m² verlangt die Taxonomie die Berechnung des Treibhauspotenzials über den Lebenszyklus. Die EPBD von 2024 weitet diese Pflicht ab 2028 auf Gebäude über 1000 m² und ab 2030 auf alle Neubauten aus. Die Berechnung braucht Daten je Produkt — also EPDs.
Woher diese Zahlen kommen
Das Ergebnis des Moduls A3 hängt davon ab, wie die Produktion organisiert ist. Das Werk in Międzyrzecz gehört zu den modernsten in Polen und wurde für Automatisierung und einen geschlossenen Materialkreislauf konzipiert.
35 000 m³ pro Jahr
Die Produktionskapazität des Werks beträgt 35 000 m³ bzw. 200 000 m² Fertigteile pro Jahr.
Vier Produktionslinien
Getrennte Linien für Wände, Balkone und flächige Elemente, für Stützen und Träger, eine automatische Treppenlinie sowie eine automatische Bewehrungslinie.
Betonrecycling
Das Werk ist mit wegweisenden Lösungen für Produktion, Verteilung und Rückgewinnung von Beton sowie mit einer Schweißlinie für Stahlmatten ausgestattet.
BIM reduziert Abfall
Die Automatisierung der Prozesse in Verbindung mit dem BIM-System optimiert die Produktion und verringert die Menge der Produktionsabfälle.
Benötigen Sie die Deklarationen für Ihre LCA-Berechnungen?
Wir stellen die vollständigen Deklarationen ITB-EPD 561 und 562 mit dem kompletten Satz an Umweltindikatoren zur Verfügung — für Gebäude-Ökobilanzen (LCA), Zertifizierungen nach BREEAM, LEED oder DGNB sowie für das Taxonomie-Reporting.