Poradnik
Was kosten Betonfertigteile? Woraus sich der Preis zusammensetzt
„Was kostet ein Quadratmeter Fertigteilwand?“ oder „was kostet eine Decke aus Fertigteilen?“ – das sind einige der ersten Fragen bei der Wahl der Bauweise.
Einen einzigen ehrlichen Preis je m² gibt es jedoch nicht, ohne das Projekt zu kennen. Zwei Fertigteile gleicher Fläche können sich im Preis deutlich unterscheiden – wegen der Bewehrungsmenge, der Geometrie, der Öffnungen, der Dämmung, der Oberfläche, des Transports oder der Montageart.
Statt allein den Preis je m² zu vergleichen, lohnt es sich deshalb zu prüfen, was das Angebot genau umfasst und wie hoch die Kosten der gesamten Lösung ausfallen.
Woraus setzt sich der Preis von Betonfertigteilen zusammen?
Auf den Endpreis wirken mehrere grundlegende Kostengruppen.
1. Beton und Bewehrungsstahl
Betonklasse und Bewehrungsmenge ergeben sich vor allem aus der Tragwerksplanung und der statischen Berechnung.
Von Bedeutung sind unter anderem die Spannweite des Bauteils, die Lasten, die Art der Auflagerung, die Anforderungen an den Feuerwiderstand sowie die Nutzungsbedingungen.
Zwei Wände oder zwei Decken mit identischer Fläche müssen daher nicht gleich viel kosten.
2. Geometrie und Wiederholbarkeit der Bauteile
Am wirtschaftlichsten ist die Fertigung sich wiederholender Bauteile.
Eine einfache Wand, die in einem Dutzend oder mehreren Dutzend Stück vorkommt, ist in der Produktion in der Regel günstiger als eine Reihe von Einzelbauteilen mit unterschiedlichen Abmessungen, Formen und Öffnungen.
Auf den Preis wirken außerdem:
- Anzahl und Größe der Öffnungen,
- ungewöhnliche Geometrie,
- Nischen und Schlitze,
- Einbauteile,
- Konsolen und Verbindungen,
- Anforderungen an die Oberfläche.
Ein sich wiederholendes Mehrfamilienhaus, eine Halle oder eine Reihenhausbebauung kann daher eine völlig andere Wirtschaftlichkeit der Fertigteilbauweise aufweisen als ein einzelnes Gebäude mit kompliziertem Baukörper.
3. Art des Fertigteils und Grad seiner Fertigstellung
„Betonfertigteil“ kann sehr unterschiedliche Produkte bezeichnen.
Die Massivwand ist vor allem ein tragendes Bauteil. Dämmung, Fassade und ein Teil der Ausbauarbeiten werden später auf der Baustelle ausgeführt.
Die Sandwichwand kann dagegen als komplettes Bauteil mit tragender Schicht, Wärmedämmung und äußerer Fassadenschicht angeliefert werden.
Ähnlich verhält es sich bei Decken, Balkonen oder Treppen – der im Werk bereits erbrachte Leistungsumfang wirkt auf den Preis des Fertigteils selbst, verringert zugleich aber die Zahl der später auf der Baustelle nötigen Arbeitsgänge.
4. Planung und Produktionsvorbereitung
Die Fertigteilbauweise erfordert die Erstellung der Fertigungs- und Montageunterlagen.
Auf Grundlage des Gebäudeentwurfs werden die Aufteilung des Tragwerks in Bauteile, die Geometrie der Fertigteile, die Bewehrung, die Verbindungen, die Einbauteile sowie die für Transport und Montage erforderlichen Lösungen erarbeitet.
Je früher die Fertigteilbauweise im Entwurf berücksichtigt wird, desto leichter lassen sich Anzahl, Größe und Wiederholbarkeit der Bauteile – und damit auch ihre Kosten – optimieren.
5. Transport
Die Transportkosten hängen vor allem ab von:
- der Lage des Bauvorhabens,
- der Zahl der Transporte,
- Masse und Abmessungen der Bauteile,
- der Art ihrer Beförderung,
- den Zufahrtsmöglichkeiten zur Baustelle,
- etwaigen Anforderungen an Schwer- und Großraumtransporte.
Die Lage des Bauvorhabens ist daher eine der grundlegenden Angaben, die für ein belastbares Angebot benötigt werden.
Formee liefert Fertigteile in ganz Polen und in andere Länder der Europäischen Union.
6. Montage
Auf die Montagekosten wirkt nicht nur die Gebäudefläche, sondern vor allem die Anzahl und Masse der Bauteile sowie die für ihren Einbau erforderliche Zeit.
Von Bedeutung sind unter anderem Verfügbarkeit und Größe des Krans, die Zahl der Montagetage, die Möglichkeit der Zufahrt und Aufstellung der Geräte, die Reihenfolge der Lieferungen sowie die Vorbereitung der Arbeitsfront.
Eine gut geplante Bauteilaufteilung und eine passende Organisation der Lieferungen verringern die Zahl der Montagevorgänge und verkürzen die Kranzeit.
Warum der Vergleich des Preises je m² irreführend sein kann
Nehmen wir an, wir vergleichen zwei Angebote für Wände.
Das erste umfasst ausschließlich eine tragende Fertigteilwand. Im zweiten erhalten wir eine Sandwichwand mit Dämmschicht und fertiger äußerer Fassadenschicht.
Der Preis je m² der zweiten Lösung wird selbstverständlich höher sein.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das gesamte in dieser Bauweise errichtete Gebäude teurer wird. In der ersten Variante sind zusätzlich die Kosten für Dämmung, Fassade, Gerüste, Arbeitslohn sowie die für diese Arbeiten nötige Zeit zu berücksichtigen.
Man sollte deshalb nicht allein den Preis des Fertigteils vergleichen, sondern die Kosten eines Bauteils oder Tragwerks, das bis zum selben Ausführungsstand gebracht wurde.
Der gleiche Grundsatz gilt für Decken. Beim Vergleich einer Elementdecke mit einer Ortbetondecke sind nicht nur der Preis des Fertigteils, sondern auch Schalung, Bewehrung, Beton, Unterstützungen, Arbeitslohn, Transport, Kran und Bauzeit zu berücksichtigen.
Beispiel: Wie vergleicht man die Kosten der Fertigteilbauweise mit der konventionellen Bauweise?
Nehmen wir an, das Bauvorhaben umfasst rund 500 m² Außenwände. Der Bauherr erhält ein Angebot für Sandwich-Fertigteilwände und möchte es mit der Ausführung der Wände in konventioneller Bauweise vergleichen.
Die bloße Gegenüberstellung des Preises je 1 m² Wand reicht nicht aus, weil beide Lösungen einen völlig unterschiedlichen Leistungsumfang abdecken.
Variante 1: Sandwich-Fertigteilwand
Im Preis der Lösung können enthalten sein:
- Werkstattplanung und Produktionsvorbereitung,
- tragende Stahlbetonschicht,
- Bewehrung,
- Einbauteile und Verbindungen,
- Wärmedämmung,
- äußere Fassadenschicht,
- Fertigung im Fertigteilwerk,
- Transport zur Baustelle,
- Montage mit dem Kran.
Nach der Montage erhalten wir also nicht nur das Tragwerk der Wand, sondern ein Bauteil mit einem deutlich höheren Fertigstellungsgrad.
Variante 2: konventionell ausgeführte Wand
Für einen fairen Vergleich sind alle Arbeiten zu addieren, die zu einem vergleichbaren Ergebnis führen:
- Herstellung des Wandtragwerks,
- Material und Arbeitslohn,
- Gerüste,
- Wärmedämmung,
- Befestigung der Dämmung,
- Ausführung der Fassade,
- Ausbildung der Öffnungen,
- Materialtransport,
- Geräte für die einzelnen Arbeitsschritte,
- Organisation der aufeinanderfolgenden Arbeitskolonnen.
Hinzu kommt die Zeit, die für die weiteren Schichten und Arbeiten benötigt wird.
Was ist also zu vergleichen?
Nicht: den Preis je 1 m² Fertigteil mit dem Preis je 1 m² der bloßen, auf der Baustelle hergestellten Wand.
Sondern: die Kosten des kompletten Fertigteil-Bauteils mit den Kosten für Tragwerk, Dämmung, Fassade, Arbeitslohn, Geräte und die übrigen Arbeiten, die für ein vergleichbares Ergebnis nötig sind.
Der Preis ist auch eine Frage der Zeit
In die Kalkulation gehört noch eine weitere Größe – die Bauzeit.
Wenn die Montage des Fertigteiltragwerks es erlaubt, das Gebäude früher zu schließen und mit den nächsten Bauabschnitten zu beginnen, beschränkt sich der Vorteil nicht auf die Kosten der Wand selbst.
Ein kürzerer Terminplan kann unter anderem bedeuten:
- kürzere Betriebszeit der Baustelleneinrichtung,
- kürzere Nutzung eines Teils der Geräte,
- weniger parallel arbeitende Kolonnen,
- früherer Beginn der Installations- und Innenarbeiten,
- schnelleres Erreichen der nächsten Projektstufen.
Bei größeren Projekten lohnt es sich daher, nicht nur zu vergleichen, „was kostet 1 m²?“, sondern auch „was kostet die Ausführung des gesamten Umfangs und wie viel Zeit brauchen wir, um ihn abzuschließen?“
Und was kostet ein konkretes Fertigteil?
Wir nennen keinen einheitlichen Preis je m², weil die Unterschiede zwischen zwei Gebäuden erheblich sein können.
Bei den beispielhaften 500 m² Wand wirken auf den Endpreis unter anderem Anzahl und Größe der Bauteile, die Bewehrungsmenge, die Zahl der Öffnungen, die Dämmdicke, die Art der Fassadenoberfläche, die Entfernung vom Werk, die Zahl der Transporte sowie die Zahl der Montagetage.
Ähnlich ist es bei Decken, Treppen, Balkonen und anderen Fertigteilen – der Preis ergibt sich aus der konkreten konstruktiven Lösung und nicht allein aus der Zahl der Quadratmeter.
Am aussagekräftigsten ist deshalb eine Kalkulation auf Grundlage des Projekts.
Was sollten Sie uns senden, um ein belastbares Angebot zu erhalten?
Je besser die Daten sind, die wir zu Beginn erhalten, desto genauer können wir das Angebot erstellen.
Für eine erste Kalkulation senden Sie uns am besten:
- bemaßte Grundrisse,
- Schnitte,
- Ansichten,
- die Tragwerksplanung, sofern vorhanden,
- die Lage des Bauvorhabens,
- Angaben zum erwarteten Liefer- und Montageumfang.
Die Unterlagen können in den Formaten PDF, DWG, IFC oder RVT übermittelt werden.
Auf dieser Grundlage können wir die Bauweise wählen, die Aufteilung in Fertigteile vorbereiten und den Umfang von Produktion, Transport und Montage festlegen.
Der Preis des Fertigteils ist nicht alles
Die Fertigteilbauweise sollte als gesamter Bauprozess bewertet werden und nicht nur als Einkauf von Beton und Stahl in anderer Form.
Beim Vergleich von Angeboten lohnt es sich daher, Planung, Produktion, Transport und Montage jenen Arbeiten gegenüberzustellen, die dank der Fertigteilbauweise auf der Baustelle nicht mehr anfallen.
Erst ein solcher Vergleich zeigt die tatsächlichen Kosten einer Lösung.
Möchten Sie die Kosten der Fertigteile für Ihr Projekt kennen?
Senden Sie uns Grundrisse, Schnitte, Ansichten und die Lage des Bauvorhabens über das Angebotsformular. Auf Grundlage der Unterlagen wählen wir die passende Bauweise und erstellen ein Angebot über den vereinbarten Umfang.
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Häufig gestellte Fragen
Können Sie den Preis für vorgefertigte Elemente pro m² nennen?
Der Preis pro m² ist nur ein Anhaltspunkt. Ein verlässliches Angebot hängt von der Konstruktion, der Bewehrung, der Geometrie, dem Transport und der Montage ab.
Welche Materialien werden für das Angebot benötigt?
Am besten senden Sie uns Hochrechnungen, Schnitte, Ansichten, Investitionsstandort und Informationen über den voraussichtlichen Liefer- und Montageumfang zu.
Sind Transport und Montage im Angebot enthalten?
Sie können im vereinbarten Angebotsumfang enthalten sein. Ihre Kosten hängen unter anderem von der Lage, der Anzahl der Elemente und den Bedingungen auf der Baustelle ab.