PoradnikAutor: mgr inż. Rafał Kubrycht
Fertigteilwände: massiv, zweischichtig oder Sandwich

Die Benennung von Fertigteilwänden ist uneinheitlich, und das ist die erste Hürde im Gespräch über die Auswahl. Dieselbe Wand heißt einmal einschichtig, einmal massiv, einmal Vollwand. Dieselbe mehrschichtige heißt dreischichtig, Sandwich oder Schichtwand mit Betonvorsatzschale. Bevor die Frage „welche nehmen wir" fällt, muss geklärt sein, wovon überhaupt die Rede ist.
Die zweite Hürde wiegt schwerer. Im Fertigteilbau fällt diese Entscheidung einmal, in der Werkplanung — bevor die Form entsteht. Den Schichtaufbau nach Produktionsbeginn zu ändern bedeutet ein neues Element, keine Korrektur auf der Baustelle.
Drei Namen, ein Produkt
| Wie sie genannt wird | Was sie ist |
|---|---|
| einschichtig, Vollwand, massiv | eine massive Stahlbetonplatte, ohne werkseitige Dämmung |
| zweischichtig | Tragschale mit werkseitig verbundener Dämmung, Fassade auf der Baustelle |
| dreischichtig, Sandwich, Schichtwand | Tragschale, Dämmung und Betonvorsatzschale in einem Element |
Die Massivwand
Eine einzelne Stahlbetonplatte von 10 bis 24 cm Dicke, hergestellt aus Leichtbeton ab LC12/13 oder Normalbeton ab C20/25. Das Element misst höchstens 3,85 × 9,00 m.
Ihr natürlicher Ort ist im Inneren des Gebäudes: Wohnungstrennwände, Aufzugsschachtwände, aussteifende Bauteile. Als Außenwand verlangt sie Dämmung und Putz erst auf der Baustelle — kein Nachteil, sondern eine Arbeitsteilung, die im Terminplan berücksichtigt sein muss.
Wo die Akustik entscheidet, gewinnt die Massivwand: in Laborprüfungen erreichte eine 180-mm-Wand aus C30/37 59 dB, den höchsten Wert aller unserer Bauteile.
Die zweischichtige Wand
Tragschale 150 mm mit werkseitig verbundener Dämmung bis 300 mm — EPS, XPS, PIR oder Mineralwolle. Die Fassade entsteht auf der Baustelle: Putz, Klinker, Holz, Platte.
Eine Lösung für den Bauherrn, der die Dämmung im Werk erledigt haben will, das Aussehen der Fassade aber auf später verschiebt oder einem anderen Gewerk überlässt. Der Feuerwiderstand liegt bei R60–R240 bei einer Dichtheit von EI30–EI60.
Die Sandwichwand
Drei Schichten in einem Element: Tragschale ab 15 cm, Dämmung bis 300 mm und 7 cm Fassadenbeton. Betonklasse LC20/22 oder C20/25 aufwärts.
Aus der Form kommt eine fertige Außenwand — mit vor der Produktion festgelegter Struktur und Farbe. Nach der Montage entfällt die Fassadenphase: kein Gerüst, kein Wetter, kein zweites Unternehmen auf dem Platz.
Der Preis dieser Bequemlichkeit ist die Endgültigkeit der Entscheidung. Struktur und Farbe entstehen mit dem Element, eine Änderung des Aussehens nach dem Betonieren ist also eine Änderung des Produkts. Bei hohen gestalterischen Anforderungen lohnt der Blick in die Regeln aus dem Text über Sichtbeton — Oberflächenkategorien und Musterbauteil gelten auch für die Vorsatzschale eines Sandwichelements.
Vergleich
| Massiv | Zweischichtig | Sandwich | |
|---|---|---|---|
| Schichten | 1 | 2 | 3 |
| Tragschale | 10–24 cm | 150 mm | mind. 15 cm |
| Werkseitige Dämmung | keine | bis 300 mm | bis 300 mm |
| Fassade | auf der Baustelle | auf der Baustelle | 7 cm aus der Form |
| Typischer Ort | innen | Außenwand | Außenwand |
| Feuerwiderstand | nach Planung | R60–R240 | R60–R240 |
Was die Wahl tatsächlich entscheidet
Wo die Wand steht. Im Inneren sind Dämmschichten überflüssig — die Massivwand erledigt Tragfähigkeit, Akustik und Brandschutz mit einem Element. Außen lautet die Frage nur noch: soll die Fassade aus dem Werk kommen oder vor Ort entstehen.
Wer die Fassade ausführt. Ist es ein eigenes Unternehmen mit eigenem Terminplan, nimmt Sandwich der Baustelle diese ganze Phase und eine Verzögerungsquelle ab. Ist die Fassade bereits beauftragt oder sieht die Planung ein Material vor, das sich in Beton nicht abbilden lässt, ist die zweischichtige Wand die natürlichere Wahl.
Akustische Anforderungen. Ein Vergleich ergibt nur bei gleicher Dicke Sinn. Eine gemessene Sandwichwand von 210 mm ergab 54 dB, eine Massivwand von 160 mm aus Normalbeton ebenfalls 54 dB, und 180 mm derselben Klasse bereits 59 dB. Die vollständigen Laborwerte haben wir im Text über die Schalldämmung von Wänden zusammengetragen.
Gewicht. Alle drei Typen fertigen wir auch aus Blähtonbeton. Eine um etwa zwei Fünftel leichtere Wand bedeutet leichtere Gründung und größere Kranreichweite bei gleicher Tragkraft — was auf einem engen Grundstück den Ausschlag geben kann. Wann sich Leichtbeton lohnt, haben wir in einem eigenen Text beschrieben.
Was die Wahl nicht ändert
Unabhängig vom Schichtaufbau fertigen wir die Elemente nach der harmonisierten Norm EN 14992, im Bewertungssystem 2+, unter einem Zertifikat des IBMB MPA TU Braunschweig. Eingelegte Elektrodosen, in der Form ausgebildete Fenster- und Türöffnungen sowie die glatte Oberfläche auf der Tischseite sind bei allen drei Lösungen Standard.
Parameter, Varianten und Unterlagen zu jeder Wand beschreiben die Produktseiten: Massivwände, zweischichtige Wände und Sandwichwände. Haben Sie Grundriss und Schnitt, senden Sie sie zur Angebotserstellung — den Schichtaufbau stimmen wir zusammen mit der Elementierung ab, nicht danach.
