Ratgeber
Lieferlogistik für Fertigteile: vom Werk unter den Kran

Der Fertigteilbau hat den Ruf einer Technologie, die in der Halle gewinnt und auf der Straße verliert: Das Element ist schwer, lang und muss genau dann ankommen, wenn der Kran darauf wartet. Das stimmt — und genau deshalb ist die Logistik bei uns Teil der Planung und keine Leistung, die man am Ende hinzubestellt. Dieser Text zeigt, wie der Weg eines Elements von Międzyrzecz zur Baustelle aussieht, was ihn bestimmt und was er vom Baufeld verlangt.
Von wo und wohin
Alle Elemente entstehen in einem einzigen Werk, in Międzyrzecz in der Woiwodschaft Lebus, hundert Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Von diesem Punkt aus bedienen wir Baustellen in Polen, Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Dänemark und Schweden — in einem Umkreis von fast tausend Kilometern. Die Entfernung ist kein Ausschlusskriterium, sie ist eine Position in der Kalkulation: Es zählen die Zahl der Fahrten und die Länge der Strecke, und bei Auslandslieferungen kommen Genehmigungen für Großraumtransporte hinzu.
Wie viel davon unterwegs ist
Täglich verlassen zwanzig bis fünfzig Züge das Werk, je nachdem, wie viele Baustellen in der jeweiligen Woche in der Montagephase sind. Wir unterhalten keinen eigenen Fuhrpark. Den Transport führen externe Spediteure aus, mit denen wir dauerhaft zusammenarbeiten und die zusammen über rund fünfzig Fahrzeuge verfügen — von Standardaufliegern bis zu Tiefladern für hohe und schwere Elemente.
Das Modell mit externen Spediteuren haben wir aus einem Grund gewählt: Montagen verteilen sich nicht gleichmäßig über das Jahr. Ein eigener Fuhrpark müsste auf die Hochsaison ausgelegt sein und die übrige Zeit stehen, und seine Kosten landeten im Preis jedes Elements. Ein Pool von Spediteuren skaliert von Woche zu Woche.
Was auf einen Auflieger passt
Ein Element mit Abmessungen bis 3,85 × 9,00 m fährt auf einem Standardzug. Ein größeres — etwa eine Filigrandeckenplatte, die wir bis 2,50 × 12 m produzieren, oder ein langer Träger — erfordert einen Großraumtransport mit Begleitfahrzeug und Genehmigungen, was Kosten und Vorlaufzeit der Lieferung deutlich verändert. Deshalb planen wir die Aufteilung des Grundrisses in Elemente gemeinsam mit dem Planer bereits in der Angebotsphase und nicht erst nach Abschluss des Entwurfs: Manchmal bedeutet das Verschieben einer Teilungslinie um einige Dezimeter den Unterschied zwischen Standard- und Großraumtransport.
Über die Zahl der Elemente auf dem Auflieger entscheidet allerdings nicht das Maß, sondern die Masse. Hier arbeitet Blähtonbeton zugunsten des Bauherrn: Dreihundert Quadratmeter Wand — so viel wie ein typisches Geschoss eines Mehrfamilienhauses aus unseren Referenzen — wiegen in der Klasse LC16/18 rund 48 Tonnen, in Normalbeton C20/25 rund 70. Diese gut zwanzig Tonnen sind ungefähr ein Zug weniger je Geschoss. Mehr zu diesem Unterschied im Text Blähtonbeton oder Normalbeton.
Beladung in Montagereihenfolge
Die wichtigste Regel lautet: Das Element geht vom Auflieger direkt an seinen Einbauort. Wir lagern Fertigteile auf der Baustelle nicht zwischen, wenn es nicht nötig ist — Zwischenlagern bedeutet ein zusätzliches Anheben mit dem Kran, Platz auf dem Baufeld und das Risiko beschädigter Kanten.
Damit das funktioniert, muss der Auflieger in umgekehrter Montagereihenfolge beladen sein: Was zuerst stehen soll, fährt obenauf. Die Montagereihenfolge legt unser Planer gemeinsam mit dem Montageleiter fest, bevor die Elemente in die Produktion gehen, und dieselbe Liste steuert anschließend die Beladung im Werk. Den Transport planen wir zusammen mit der Montagesequenz und nicht nach ihr.
Am deutlichsten zeigt sich das dort, wo es keine Wahl gibt. In Cienin Kościelny grenzte das Baufeld an die Nachbarbebauung, und die Zufahrt war so eng, dass ein Zug weder wenden noch warten konnte. Jede Lieferung musste ihr Montagefenster treffen, denn ein verspäteter Zug hatte keinen Platz zum Warten, und ein zu früher blockierte die Zufahrt für den nächsten. Eine Baustelle mitten im Dorf sah anders aus als bei konventioneller Bauweise: ein gutes Dutzend Anfahrten und ein Kran, ohne Materiallager und ohne wochenlangen Verkehr von Kleinlieferungen.
Was die Baustelle bereitstellen muss
Das Baufeld muss drei Dinge sicherstellen: die Zufahrt für einen Tieflader, einen Kranstandort in Reichweite aller Elemente und Platz für die Montagestützen. Wir prüfen das vor Vertragsabschluss und nicht am Tag der Lieferung — die vollständige Liste, einschließlich Tragfähigkeit der Straße und Kurvenradien, beschreibt ein eigener Text: Grundstück, Zufahrt, Kran. Der Ablauf des Montagetages selbst, vom ersten Zug bis zum Verguss, steht im Beitrag wie die Montage abläuft.
Wetter und Jahreszeit
Das Element kommt mit der in der Halle erreichten Festigkeit an, Lieferung und Montage hängen also nicht von der Erhärtungstemperatur des Betons ab. Der Winter hält den Transport nicht auf; ihn halten, wie jede Kranarbeit, Wind, vereiste Elemente und schlechte Sicht auf. Wir haben im November in Człopa und im Februar in Pudliszki montiert — in beiden Fällen hing der Terminplan nicht mehr davon ab, wie das Wetter werden würde, sondern davon, ob der Kran an diesem Tag arbeiten kann.
Wenn sich der Termin verschiebt
Eine Baustelle läuft selten genau nach Plan, und das ist der zweite Grund, warum ein Element nicht auf dem Baufeld warten sollte. Fertige Elemente warten im Werk, und eine Lieferung lässt sich ohne Folgen um einen Tag verschieben. In konventioneller Bauweise bedeutet eine Verschiebung eine Mannschaft ohne Arbeitsfront; hier bedeutet sie ein anderes Abfahrtsdatum des Zuges.
Wo der Transport im Preis steckt
Im Angebot ist der Transport eine eigene Position neben Produktion und Montage, man sieht also, was die Entfernung kostet und was das Maß kostet. Auf diese Position wirken die Länge der Strecke, die aus der Elementmasse folgende Zahl der Fahrten sowie ein etwaiger Großraumtransport. Was sonst noch in den Preis eingeht, beschreibt der Text was Betonfertigteile kosten. Das Angebot samt Transportkalkulation erstellen wir auf Grundlage bemaßter Grundrisse und der Postleitzahl der Baustelle, in der Regel in etwa einer Woche — Angebot anfragen.
