Ratgeber
Was kostet ein Haus aus Blähtonbeton?

Auf diese Frage gibt es keine ehrliche Antwort in Form einer einzigen Zahl, und wer sie nennt, spricht von etwas anderem als von Ihrem Haus. Zeigen lässt sich dagegen, woraus dieser Preis besteht und was ihn bewegt — und das genügt, um Angebote zu vergleichen und sich nicht überraschen zu lassen.
Dieser Text erklärt, warum Fertigteile nicht nach einer Quadratmeter-Preisliste kalkuliert werden, welche Parameter den Preis eines Elements tatsächlich erhöhen und an welcher Stelle der Gesamtrechnung der Fertigteilbau zurückgibt, was er zuvor genommen hat.
Warum es keinen Quadratmeterpreis gibt
Weil es keine zwei gleichen Wände gibt. Ein Fertigteil wird für ein konkretes Bauwerk geplant: Es hat eigene Abmessungen, eine eigene, auf reale Kräfte bemessene Bewehrungsführung, eigene Fenster- und Türöffnungen und eigene eingebaute Installationen. Eine Quadratmeter-Preisliste würde unterstellen, dass diese Dinge feststehen — dabei sind gerade sie es, die den Kosten am stärksten die Richtung geben.
Das Zweite ist der Umfang. Tragende Wände allein werden anders kalkuliert als ein komplettes Tragwerk — Wände, Decken, Treppen und Balkone. Zwei Angebote für ein „Haus aus Blähtonbeton" können sich um die Hälfte unterscheiden, nur weil das eine die Decke enthält und das andere nicht. Beim Vergleich von Angeboten ist das der erste Punkt, den man prüfen sollte.
Was den Preis eines Elements erhöht
Dicke und Betonklasse. Eine 24 cm dicke Wand der Klasse LC20/22 kostet mehr als eine 10 cm dicke in LC12/13 — und zwar nicht nur wegen des Materialvolumens, sondern auch wegen der Masse, die auf Transport und Kranwahl durchschlägt.
Bewehrungsmenge. Sie folgt aus der statischen Berechnung, nicht aus Gutdünken. Eine Wand, die Lasten aus drei Geschossen abträgt, hat mehr davon als die Giebelwand eines eingeschossigen Hauses.
Zahl der Öffnungen. Jede Fenster- oder Türöffnung bedeutet eine eigene Aussparung in der Form und eine Zulagebewehrung der Ecken. Ein Haus mit stark gegliedertem Baukörper und vielen einmaligen Öffnungen wird höher kalkuliert als eine einfache Anordnung.
Eingebaute Installationen. Dosen, Elektroleerrohre und Durchführungen, die in der Form gesetzt werden, kosten in der Produktion — sparen aber das Schlitzen auf der Baustelle. Das ist eine Verschiebung der Kosten, keine Erhöhung.
Wiederholung. Derselbe Wandtyp, der an mehreren Stellen des Bauwerks wiederkehrt, ist günstiger als ein Satz einmaliger Elemente. Die Form wird nur einmal eingerichtet.
Transport. Es zählen die Entfernung zum Werk und die Zahl der Fahrten, und diese hängt von Masse und Abmessungen der Elemente ab. Hier arbeitet Leichtbeton zugunsten des Bauherrn — ein leichteres Element bedeutet mehr Stück auf dem Auflieger.
Was auf der anderen Seite der Rechnung sinkt
Der Preis eines Elements ist nicht der Preis des Bauens, und der Fertigteilbau verschiebt Kosten zwischen den Positionen, statt sie nur aufzuschlagen.
Fundamente. Eine 10 cm dicke Wand aus Blähtonbeton wiegt 140 kg/m² gegenüber 235 kg/m² bei Normalbeton. Ein leichteres Tragwerk bedeutet eine geringere Belastung der Gründung.
Zeit. Den kompletten Elementsatz für ein Einfamilienhaus liefern wir 6 Wochen nach Vertragsunterzeichnung, größere Bauwerke in 8–12 Wochen. Entscheidend ist dabei, dass die Produktion parallel zu Erd- und Fundamentarbeiten läuft — diese Wochen kommen nicht zum Terminplan hinzu, sie überlagern sich mit ihm. Die Montage des Tragwerks selbst ist eine Sache von Tagen.
Witterungsbedingte Stillstände. Ein Element entsteht unter Dach und hat bei der Anlieferung seine volle Festigkeit. Es wartet weder auf das Erhärten des Betons noch auf das Ende des Frosts. In der Mauerwerksbauweise ist jeder solche Stillstand ein Kostenfaktor für das Vorhalten der Baustelle, den niemand in den Kostenvoranschlag schreibt und den jeder bezahlt.
Nacharbeiten. Kollisionen zwischen Tragwerk und Installationen treten im BIM-Modell vor der Produktion auf und nicht auf der Baustelle nach dem Betonieren.
Dämmung. Bei Sandwichwänden kommen Dämm- und Vorsatzschicht zusammen mit dem Element, auf der Baustelle entfällt also ein eigener Dämmabschnitt mit Gerüst.
Was der Preis nicht umfasst
Formee liefert und montiert das Tragwerk — wir bauen keine schlüsselfertigen Häuser. Außerhalb unseres Umfangs bleiben Fundamente, die Bewehrung der Stöße und der Ringanker, der Aufbeton der Decken, die Installationen, die Fenster und Türen sowie sämtliche Ausbauarbeiten. Beim Vergleich von Angeboten lohnt sich die Prüfung, ob die Gegenseite dasselbe kalkuliert.
Eine eigene Position, die leicht vergessen wird: Das Austrocknen der Wände vor dem Streichen und dem Verlegen von Fliesen dauert in der Regel 4–6 Wochen. Das kostet kein Geld, aber es kostet Zeit im Ausbauterminplan.
Wie man eine konkrete Zahl bekommt
Für ein Angebot genügen bemaßte Grundrisse und Schnitte. In diesem Stadium ist bereits erkennbar, welche Bauteile sich in Fertigteilen ausführen lassen und welche in konventioneller Bauweise bleiben — und das ist der Zeitpunkt, an dem sich noch etwas optimieren lässt. Je früher die Unterlagen bei uns eintreffen, desto mehr Raum bleibt, die Elementaufteilung nach den Kosten zu wählen und nicht nur nach dem Entwurf.
Die durchschnittliche Bearbeitungszeit für ein Angebot beträgt etwa eine Woche.
Was genau zum Umfang gehört und wie die Ausführung abläuft: Häuser aus Blähtonbeton. Kennwerte und Klassen des Materials selbst: Blähtonbeton.
